LOMO®: Die Idee des Einfachen

LOMO® Programm 1988/89 Design: Hans Schweiss

Anmerkung des Entwerfers:

 

Der "Idee des Einfachen"

entspricht die Vorstellung von

den aus einfachsten Zeichen

entwickelten neuen Zeichen, die

auf der untersten Stufe

bereits die ganze Hierarchie

vertreten können.

H. Sch.

Diese Anmerkung entstand nach zahlreichen Diskussionen und Überlegungen zwischen Hans Schweiss und seinem Sohn Ramon, die Ende der 80-er Jahre gemeinsam Gottlob Freges Schriften zur Logik und Sprachphilosophie (Begriffsschrift, Grundlagen der Arithmetik, Grundgesetze der Arithmetik) studiert hatten. Auch hier konnte man erkennen, welche großartigen Zusammenhänge zwischen der Mathematik, insbesodere der mathematischen Logik, der (Software-) Architektur sowie den bildenden Künsten (natürlich auch der Musik, besonders der von J. S. Bach) bestehen.

Vorwort des LOMO® Programms 1988/89 von Prof. Kurt Weidemann:

Die Idee des Einfachen hat einen kreativen Logiker etwas entwickeln lassen, wo es zu entwickeln scheinbar nichts mehr gab. Mit intuitiver Rationalität hat er seine Vorstellungen vom Entwurf her über die Prototypen bis hin zur Serienreife realisiert.
 

Hans Schweiss - Grafik-Designer mit einem Schreiner-Chromosomensatz in der 4. Generation verzichtete in seinen logischen Modulen LOMO® auf Geschreinertes: Keine Rücken- und Armlehnbuchten, keine gesteckten Füße und Zargen, nichts Gedrehtes und Gebogenes.
 

So wurden für den Gebrauch keine Körperformen nachahmend angepasst, sondern geometrische Formen mit funktionellen Bedürfnissen harmonisiert. Die in einfache Beziehungen gebrachten Bestandteile sind im Komplex vorweggenommen und ihre unverwechselbare Gestalt stellt sich in der kompositionellen Einheit von Gegenstand und Körper dar. Die Transparenz der Konstruktionen zeigt Formen des Zusammenhangs: Horizontal Liegendes oder Stehendes wird durch vertikal Stehendes oder Liegendes getragen; diagonal Gesetztes durch Spannung stabilisiert. Beiläufig gesagt: So könnte man auch bauen.
 

Die Idee des Einfachen richtet sich nicht gegen Polster- und Palisandermentalität, ist nicht für IKEA-Aufsteiger oder Design-Fetischisten, sondern für Selbstbewusste, die noch mit ausgeruhten Gehirnen denken, die Besitz-Denken auf seine ursprüngliche Bedeutung zurückführen: Was unseren Körpermaßen genügt, worauf wir sitzen können. Quantitativer Anspruch verwandelt sich in qualitative Eleganz.
 

Das mühelose Auseinandernehmen und Zusammenbauen ist der Rationalisierungsfaktor für die Produktion, für Transport und Lagerung. In den Materialien und in ihrer Verarbeitung ist mit zeitlosem Qualitätsanspruch gemacht, was vorher im Formanspruch gedacht wurde.
 

LOMO® ist ein neuer Denkansatz:
Denn nicht das Möbel ist neu zu denken, sondern das Denken ist neu zu möblieren.

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